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Erste Versuchsfahrten mit einer
Citroën-Kégresse-Raupe (1920)
Adolphe   K É G R E S S E
In Frankreich angekommen, begab sich Adolphe Kégresse auf die Suche nach neuen Partnern für seinen
Raupenantrieb. Dank der Patente und der vergebenen Lizenzen war er finanziell einigermaßen abgesichert.
1919 kam es zur Zusammenarbeit mit Jacques Hinstin, dem Geschäftspartner André Citroëns aus den Zeiten
der Granatenproduktion. Fortan liefen die Entwicklungen und Patentierungen des Raupenantriebes unter dem
Namen Kégresse-Hinstin.
1920 lernte André Citroën den Ingenieur Adolphe Kégresse kennen. Nachdem André Citroën sich das
Raupenketten-Prinzip von Adolphe Kégresse hatte präsentieren lassen, war dieser so begeistert, dass er
sofort den Auftrag gab, einige Citroën-Fahrzeuge entsprechend den Vorgaben Kégresses ausrüsten zu lassen.
Nur wenige Wochen später waren drei Citroën-Raupen auf Basis von 10HP B2-Fahrzeugen fertig gestellt.
André Citroën wohnte den ersten Demonstrationsfahrten in der Nähe von Saint-Denis persönlich bei und war
sofort von diesem Antrieb überzeugt. Die Einsatzmöglichkeiten waren sehr vielfältig. Er erkannte rasch das
große Potential dieser Halbkettenfahrzeuge, sowohl im zivilen Bereich, wie auch im militärischen Bereich.
Citroën erwarb kurzerhand die Rechte an Kégresses Patenten und
gliederte die Produktion der Raupen-Fahrzeuge unter dem Namen
Autochenilles Citroën-Kégresse-Hinstin in sein Automobilwerk ein.
Jacques Hinstin wurde zum Direktor dieser neuen Abteilung ernannt,
Adolphe Kégresse übernahm den Part des technischen Direktors.

Für Citroën bedeutete der Erwerb der Patentrechte den Zugang zur
Rüstungsindustrie. Neben der Produktion von zivilen Fahrzeugen
wurden von Anfang an Fahrzeuge für den militärischen Einsatz
konzipiert, sowohl gepanzert, als auch ungepanzert.

Den überzeugenden Beweis für die Haltbarkeit der Fahrzeuge
lieferten die Durchquerung der Sahara (was vorher keinem anderen
Automobil gelungen ist) und die Croisière Noire zur Errichtung einer
Überlandverbindung mit den französischen Kolonialgebieten in Afrika.

Ein ausführlicher Zeitungsartikel in einer angesehenen französischen
Ingenieurzeitschrift über die Technik der Fahrzeuge verschaffte
Citroën den endgültigen Zugang zur Gruppe der Lieferanten für
militärische Fahrzeuge.