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Citroëns Granatenproduktion im 1. Weltkrieg
Als 1914, nach dem Attentat von Sarajewo auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und dessen Frau, der 1. Weltkrieg ausbricht, musste sich André Citroën von seinen Aufgaben in seiner Zahnradfabrik trennen. Auch die Stellung bei den Mors-Automobilwerken musste er aufgeben, denn er wurde zum Militärdienst in das 2. Regiment der schweren Artillerie unter General de Langle einberufen.
Der Krieg dauerte zu diesem Zeitpunkt schon einige Zeit an, welcher sich immer mehr zum Stellungskrieg gewandelt hatte. Ein zermürbender Zustand für alle Kriegsbeteiligten war eingetreten. Dazu kam das größte Handicap der französischen Armee, der fehlende Nachschub an Munition.

Bereits im Herbst des Jahres 1914 war der Großteil der französischen Munitionsvorräte aufgebraucht und auch die Nachfertigung von Granaten blieb weit hinter den Erfordernissen zurück. Der französischen Armee standen rechnerisch lediglich ca. 4 Granaten täglich pro Kanone zur Verfügung. Gebraucht wurde jedoch ein Vielfaches dieser Menge.

André Citroën, inzwischen zum Hauptmann befördert, blieb dieser Umstand nicht verborgen. In seinem Quartier in Triaucourt-sur-Argonne, hatte er oft mit Kameraden über dieses Problem diskutiert.
Mitte Oktober erfuhr André Citroën vom Tode seines Bruders Bernard, welcher in der Marne-Schlacht gefallen war. Diese furchtbare Nachricht schockierte André Citroën zutiefst. Gleichzeitig wuchs der Hass auf den Feind. Für ihn war nun klar, dass der Krieg so nicht weitergehen konnte.

Da André Citroën sich schon vorher mit der Serienfertigung nach der Methode von Taylor befasst hatte -und nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrung im Maschinenbau- entwickelte er ein Konzept zur Serienfertigung der sogenannten 75er Schrapnell-Granaten und leitete die Pläne dem Generalstab zu.
André Citroën (links vom Reserverad), 1914
Quelle: Jacques Wolgensinger