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Citroëns Granatenproduktion im 1. Weltkrieg
In der Zwischenzeit wurden die Granaten von diversen Firmen unterschiedlichster Branchen produziert.
Die Produktion fand auf zum Teil ungeeigneten, veralteten Maschinen und zum Teil unter chaotischen Bedingungen statt. Auch dieses waren Gründe, warum die produzierte Menge an Granaten bei weitem nicht ausreichte, um den Bedarf an der Front zu decken. Schon sehr früh hatten sich auch die Automobilwerke Delahaye und Panhand et Levassor an der Produktion von Granaten beteiligt und eine nicht unerhebliche Menge produziert.

Im September wurde Louis Renault, in seiner Funktion als Präsident des Verbandes der Automobilhersteller, zusammen mit einigen anderen führenden Industriellen, ins Kriegsministerium zitiert. Es wurde verlangt, dass sich auch deren Firmen an der Produktion von Granaten zu beteiligen hatten. Knapp 20 weitere Produktionsorte wurden so hinzugewonnen, welche binnen zwei Monate ihre Produktion umzustellen hatten und eine Tagesproduktion von 10.000 Granaten erreichen sollten. Unter diesen Firmen befanden sich auch Peugeot und das Zahnradwerk von André Citroën.

Trotz der immensen Anstrengungen reichte die Granatenmenge noch immer nicht aus. Im Januar 1915 weckten André Citroëns Produktionspläne das Interesse eines gewissen General Bacquet, zuständig für die Munitionsbeschaffung. André Citroën wurde vorgeladen, um seine Pläne zu erörtern. General Bacquet war technisch hochbegabt und konnte den vorgestellten Plänen einiges abgewinnen - auch wenn sie schier unglaublich klangen.
André Citroën schlug vor, innerhalb von nur vier Monaten ein neues Produktionswerk zu errichten. Nach kurzer Zeit sollte die Tagesproduktion 10.000 Stück der schwierig herzustellenden Schrapnell-Granaten sein. Innerhalb weiterer weniger Wochen sollte die Tagesproduktion auf 20.000 Stück gesteigert werden. General Bacquet war begeistert und gab die Pläne an den damaligen Minister Millerand weiter. Es gelang ihm, den Minister von Citroëns Plänen zu überzeugen, welcher allerdings nur eine begrenzte Kapitalmenge zur Verfügung stellen wollte.

Trotz dieses Gegenschlages unterzeichnete André Citroën Anfang Februar 1915 einen Liefervertrag über
1 Million Schrapnell-Granaten 75 mm zum Stückpreis von 24 Franc.