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Citroëns Granatenproduktion im 1. Weltkrieg
Nun begann der schwierige Teil, nämlich die Beschaffung von Kapital. Der Staat war bereit, ca. 25% des
Gegenwertes des Auftrages als Kredit vorzuschiessen. Citroëns eigene Geldmittel waren begrenzt. Er fand
jedoch im Familienkreis genügend Geldgeber. Bruder Hughes (Diamantenhändler), dessen Schwiegervater Paul
Haarbleicher (Bankier), sein eigener Schwiegervater Gustavo Bingen (Bankier), Atanik Eknayan
(Diamantenhändler) und einige andere Gönner, unter Ihnen auch sein Freund und Geschäftspartner Georges-
Marie Haardt.
Anfang März 1915 waren die finanziellen Probleme gelöst.
Zusammen mit Haardt und Eknayan gründete Citroën eine
Firma, welche bis zum Ende des Krieges existieren sollte.
Da die Fläche der Citroën-Zahnradwerke zur Umsetzung der
Pläne nicht ausreichte, kauften sie ein passendes Grundstück
im Pariser Stadtviertel Javel, welches bislang von Kleinbauern
bewirtschaftet wurde und einige kleine Industriebetriebe und
Lagerhäuser beherbergte.

André Citroën wurde zwischenzeitlich vom Kriegsdienst befreit,
um sich voll und ganz auf die Planungen rund um die Errichtung
des Werkes und der Aufnahme der Granaten-Produktion zu
konzentrieren.

Der größte Teil der vorhandenen Gebäude wurde beibehalten.
Innerhalb von nur zwei Monaten wurden die ersten Maschinen
Javel, 1915
Quelle: CITROËN information, 1983
aufgestellt und mit der Produktion von Granatenteilen begonnen. Offiziell wurde das Granatenwerk in Javel
am 15. Juni 1915 in Betrieb genommen. Mitte August betrug die Tagesproduktion bereits 1.500 Granaten.
Anfang September waren es bereits 5.000 Stück und Anfang 1916 hatte die Tagesproduktion die
versprochene Menge von 10.000 Stück erreicht.

André Citroën war mit der produzierten Granatenmenge natürlich nicht zufrieden. Zum einen forderte der
Krieg noch immer unglaublich große Mengen an Munition, zum anderen begann André Citroën -und das war
wohl der größte Antrieb- Geld mit der Granatenproduktion zu verdienen.