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Citroën im 2. Weltkrieg
Nach dem Konkurs der Firma Citroën im Jahre 1934 und der anschließenden Übernahme durch Michelin gelang es, die Firma wieder in ruhiges Fahrwasser zu manövrieren. Der Citroën Traction Avant, der in seiner Entwicklung Unsummen an Geld gekostet hatte, brachte wieder Geld in die Kassen. Auch die Produktion von LKW lief auf Hochtouren. Citroën gehörte zu jener Zeit zu den großen Herstellern dieser Fahrzeuge. Hinter den Kulissen wurde die Entwicklung des TPV (Toute petite voiture / Ganz kleines Auto) vorangetrieben. Später sollte hieraus der legendäre Citroën 2CV hervorgehen.

Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges brach die Fahrzeug-Produktion ein. Die ersten 250 TPV-Fahrzeuge wurden auf Anweisung des damaligen Citroën-Direktors Pierre Boulanger vernichtet. Man wollte so verhindern, dass den deutschen Besatzern das fertige Konzept eines "Volkswagens" in die Hände fällt, wusste man doch, dass in Deutschland auch an der Entwicklung eines kleinen Massenautomobils gearbeitet wurde.

Die Situation in Frankreich verschärfte sich in den ersten Kriegsmonaten dramatisch. Schließlich kapitulierte Frankreich im Juni 1940. Nach der Kapitulation wurden viele (Fahrzeug-)Hersteller in das deutsche Rüstungsprogramm aufgenommen. Hiervon waren neben Renault, Peugeot, Berliet und Panhard auch Citroën betroffen. Während der Besatzungszeit wurden große Mengen an Fahrzeugen, vornehmlich LKW, produziert.

Durch den Westfeldzug gelangten zudem viele zivile Fahrzeuge in die sogenannten Beutebestände der deutschen Wehrmacht. Hierzu gehörten neben Omnibussen natürlich auch Raupenfahrzeuge, wie diese von Somua, Laffly, Latil und nicht zuletzt von Citroën (Kégresse-Citroën) gefertigt wurden.

Während des Krieges verfügten zahlreiche Infanterie-Divisionen über französische Fahrzeuge. Ein großer Teil der von Citroën im Krieg produzierten LKW wurde an der Ostfront eingesetzt, wo sich diese Fahrzeuge als zuverlässig und robust erwiesen.
Die nachfolgenden Informationen sollen einen kleinen Einblick geben über die während der deutschen Besatzung produzierten Fahrzeuge und deren Verwendung im Dienste der deutschen Wehrmacht im zweiten Weltkrieg.
Auf Beutefahrzeuge der Marke Citroën wird nur insoweit eingegangen, als dass diese gegebenenfalls auf Fotos zu sehen sind. Der Zeitpunkt der Produktion der Fahrzeuge, sowie deren Ursprung lässt sich anhand der Fotos nicht ermitteln.
Um die Authentizität der Abbildungen zu wahren, wurde darauf verzichtet, eventuell sichtbare Abzeichen und Embleme des Dritten Reiches unkenntlich zu machen.

Citroën im 2. Weltkrieg - Traction Avant
Den Anfang in dieser Übersicht machen die Personenwagen des Typs Citroën Traction Avant. Dieser Typ wurde bereits seit 1934 in großen Stückzahlen produziert und galt nicht nur aufgrund des Vorderradantriebes als revolutionäres Fahrzeugkonzept. Die fließenden Formen, der Verzicht auf die bis dahin üblichen Trittbretter und die niedrige Bauweise gaben dem Auto für die damalige Zeit ein modernes Aussehen. Der niedrige Schwerpunkt sorgte für überragende und zudem komfortable Fahreigenschaften.

Neben den unzähligen Beutefahrzeugen des Westfeldzuges, die von den deutschen Besatzern übernommen wurden, sind zwischen Juni 1940 und November 1941 noch über 4.700 Traction Avant für die Wehrmacht produziert worden. Durch die zunehmende Materialknappheit wurde der überwiegende Teil der Fahrzeuge bis Ende 1941 produziert. Im Juni und im September 1942 wurden noch insgesamt
Traction Avant 11CV,
Einsatz beim Heer (WH)
Nachfolgend die Produktionszahlen des Traction Avant:
Traction Avant 11CV,
Einsatz beim Heer (WH)
Traction Avant 11CV,
Einsatz bei der Luftwaffe (WL)
Traction Avant 11CV,
Einsatz beim Heer (WH)
Traction Avant 11CV Cabriolet, Einsatz beim Heer (WH)
Traction Avant 11CV,
Rot-Kreuz-Einsatz
Traction Avant 11CV Commerciale, ganz links Citroën T45
Quellen: de Serres / Bellu
vier Traction Avant gebaut. Es gibt die Annahme, dass es sich hierbei um Sonderanfertigungen für hochrangige Wehrmachtsangehörige gehandelt hat. Gleiches gilt wohl auch für das einzige Traction Avant Cabriolet, welches 1941 gefertigt wurde. Eindeutig belegbar ist dieses indes nicht.
Quelle: de Serres / Bellu
(Laut Erdmann wurden zwischen 1941 und 1944 18.500 Citroën T 45 produziert.)
Produktionszahlen des Citroën T 45:
Citroën Typ 23 und 45,
Rot-Kreuz-Einsatz
Citroen 23 - Citroen 45
Citroën T 45 GS
(Holzvergaser)
Citroen 45 Holzvergaser
Citroën T 45
(Omnibus-Aufbau)
Quelle: Erdmann
Citroen 45 Omnibus
Citroën T 45
Citroen 45
Citroën T 45,
Einsatz beim Heer (WH)
Citroen 45
Neben den Traction Avant-Personenwagen wurden große Mengen an Lastkraftwagen produziert. Für den
Lastentransport in den Kriegsgebieten wurden große und zuverlässige LKW benötigt. Hier passte der Citroën
T 45 perfekt ins Bild. Die Fahrzeuge wurden seit 1934 produziert, waren ausgereift und hatten in der
Vorkriegszeit bereits einen sehr guten Ruf erlangt.

Ein Großteil der unter deutscher Besatzung produzierten LKW der Baureihe T 45 wurde von der Truppe
'Schnelle Brigade West' verwendet. Die Fahrzeuge wurden mit unterschiedlichen Radständen und diversen
Aufbauten produziert.
Eine Besonderheit stellen die Modelle T 45 GS und T 45 G dar. Bedingt durch Brennstoffknappheit war man
gezwungen, eine Alternative zum Dieselmotor zu finden. Diese Fahrzeuge wurden daher mit Benzinmotor
ausgerüstet und hatten ab Werk zusätzlich einen Holzvergaser/Gasgenerator (G = Gazogène).

Dank der Robustheit diente der Typ 45 auch als Basis für Omnibus-Aufbauten.
Citroën im 2. Weltkrieg - Typ 45
Citroen 23 - Citroen 45
Citroën T 45
Produktionszahlen der Modelle 11 UB und 23 (alle Typen):
Quelle: de Serres / Bellu
Citroën Typ 11 UB,
Einsatz als Sanitätsfahrzeug biem Heer (WH)
Citroen 11 UB
1940 wurden neben den Typen 23 und 45 noch 99 Stück des Types 11 UB
produziert. Dieser Kleinlastwagen mit einer Zuladung von 850 kg hat bei der
Wehrmacht keine große Rolle gespielt. Der überwiegende Teil der Fahrzeuge
wurde im Sanitätsbereich eingesetzt.
Zwei Citroën Typ 23
in Russland
Citroen 23 in Russland
Citroën Typ 23,
Einsatz beim Heer (WH)
Citroen 23
Citroën Typ 23,
Einsatz beim Heer (WH)
Citroen 23
Citroën Typ 23,
Einsatz beim Heer (WH)
Citroen 23
Zusammen mit dem größeren LKW des Typs 45 wurden die leichten LKW des Typs 23 während der
gesamten Besatzungszeit hindurch produziert. Mit maximalen Zuladungen zwischen 1.500 und 1.800 kg
sowie diversen Ausführungen stand ein universell einsetzbarer und zuverlässiger LKW zur Verfügung. Die
Fahrzeuge waren mit einem 1,9 Liter-Benzinmotor ausgestattet, welcher eine Leistung von 42 PS (1.500
kg) bzw. 48 PS (1.800 und 2.000 kg) hatte.
Viele Fahrzeuge wurden bei den Nachschubeinheiten eingesetzt. Im Laufe des Krieges gelangten viele
dieser Fahrzeuge nach Russland an die Ostfront.
Citroën im 2. Weltkrieg - Typ 11 UB und Typ 23
Citroën im 2. Weltkrieg - Typ TUB
Bei den hier gezeigten Fahrzeugen des Modells TUB (Traction Utilitaire Basse) handelt es sich um das wohl
unbekannteste Citroën-Modell. Die Entwicklung dieses Nutzfahrzeugs begann bereits 1935. Insbesondere
für die Mobilisierung von Kleinunternehmern, wie Metzger, Bäcker, Klempner, usw., entwickelte man bei
Citroën dieses kleine -und für die damalige Zeit revolutionäre- Nutzfahrzeug, welches ab 1938 verkauft
wurde. Als Motorisierung dienten die 7 CV- und 11CV-Motoren des Traction Avant, mit 34 bzw. 42 PS.

Insgesamt wurden nur 1.749 Fahrzeuge produziert, davon 1.000 Stück während der Besatzungszeit. Von
diesen 1.000 Stück wurde der überwiegende Teil in der Ausführung TAMH (Krankenwagen) produziert.
Einige Quellen gehen davon aus, dass höchstens ca. 650 Stück während der Kriegsjahre produziert wurden.

Heute gehört der TUB zu den seltensten Citroën-Fahrzeugen.
Weltweit sind nur noch ungefähr 10 Stück dieses Fahrzeugs bekannt.

Nachfolgend die Produktionszahlen des Citroën TUB:
Quelle: de Serres / Bellu
Citroen TUB
Citroën TUB-TAMH,
Einsatz vermutlich
beim Heer
Citroen TUB
Citroën TUB
Citroen TUB
3 Citroën TUB-TAMH,
Einsatz beim Heer (WH)
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Citroën im 2. Weltkrieg - Typ 32
Der LKW T 32 spielt in dieser Übersicht nur eine Nebenrolle, da dieses Modell
nicht in den Kriegsjahren produziert wurde, wohl aber im Kriegseinsatz war,
wie überlieferte Fotos beweisen.
Die Nutzlast des T 32 war etwas geringer als beim T45. Äußerlich sind die
beiden Modell kaum zu unterscheiden. Ein deutliches Erkennungszeichen ist
die Anzahl der Lüftungsschlitze in der Motorhaube.
Der T 32 wurde von 1934 bis 1939 produziert. Insgesamt wurden rund 5.500
Fahrzeuge dieses Typs produziert.
Citroën T 32